Die Preisträger der 46. GOLDENEN KAMERA - Gloria Gaynor

Jeder kennt ihn, und jeder hat dazu schon einmal getanzt oder doch wenigstens im Takt mitgewippt – zum wohl größten Hit der Disco-Ära "I Will Survive". Kein Wunder, gehört doch dieser Titel, der 1978 die Charts eroberte, noch heute zu den wohl meistgespielten Songs aller Zeiten und machte seine Interpretin Gloria Gaynor endgültig zur Galionsfigur des Disco-Sounds.
Geboren als Tochter eines Vaudeville-Komödianten in Newark (New Jersey), übte sie ihre Stimme mit den Platten von Dinah Washington, Sarah Vaughan und Nat King Cole. Ihren ursprünglichen Berufswunsch Buchhalterin gab sie recht schnell auf und begann ihre musikalische Laufbahn in den 1960er-Jahren zunächst mit der Jazz-Pop-Band The Soul Satisfiers, um dann, allerdings mit noch mäßigem Erfolg, ihre erste Solo-Single "She’ll Be Sorry / Let Me Go Baby" zu veröffentlichen.
Der Durchbruch gelang ihr im Jahr 1975. Mit der Coverversion des Songs "Never Can Say Goodbye" von The Jackson Five erreichte sie Platz eins der damals neu geschaffenen Billboard-Charts für "Dance Music". Das gleichnamige, ebenfalls sehr erfolgreiche Album war zu dieser Zeit eine kleine Revolution, schlossen doch die Titel direkt aneinander an, sodass das Publikum einfach durchtanzen konnte – was dazu führte, dass die Platte häufig in den Clubs gespielt wurde. Mit Gloria Gaynor als Wegbereiterin und Ikone der Tanzkultur hielt Anfang der 1970er-Jahre diese Stilrichtung der Popmusik Einzug in die Tanzlokale weltweit. Die große Hymne der Disco-Music "I Will Survive" wurde 1979, ein Jahr nach ihrem Erscheinen, mit dem Grammy für die beste Disco-Single ausgezeichnet.
Das Motto dieses Mega-Hits beschreibt auch die Karriere der charismatischen Sängerin. Beharrlich und unabhängig von der Beliebtheit des Disco-Genres entwickelte sie ihren musikalischen Stil, der nunmehr auch von Soul- und Gospel-Elementen beeinflusst wurde. In den 1980er-Jahren landete Gloria Gaynor mit ihrer Interpretation des Songs "I Am What I Am", dem Titel aus dem Musical "La Cage aux Folles", erneut einen großen Erfolg.
Während der 1990er-Jahre wurde es ruhiger um sie, sie spielte in Fernsehserien und stand auf Musicalbühnen. 2002 veröffentlichte Gloria Gaynor nach über 15 Jahren Pause wieder ein Album, dessen beide Singleauskopplungen den ersten Platz der Billboard-Charts für "Hot Dance Music / Club Songs" belegten. Sie war wieder da. 30 Jahre nach dem Erscheinen ihrer ersten Single wurde sie im Jahr 2005 mit ihrem Lebenswerk und ihrem größten Erfolg "I Will Survive" in die Dance Music Hall of Fame aufgenommen.
Laudatio: Thomas Hermanns
Foto © Troy Word Photographer
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